Eine Reise mit Schrottautos durch einen Teil der Sahara


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Im Jaenner 2007 wurden ca 200 Schrottautos in vier Gruppen und drei Wochen von Mitteleuropa ueber die Westsahara und Mauritanien nach Gambia gefahren. Die Autos werden in Gambia versteigert, mit dem Erloes werden regionale Hilfswerke unterstuetzt. http://www.plymouth-banjul.co.uk/
In unserer Gruppe fuhren ca 55 Teams ueberwiegend aus England. 3 Teams fuhren von Wien, zwei Autos waren regulaere Teilnehmer: Ein Toyota Terzel Bj 86 mit Rick Watt & Georg Kleiber und eine Opel Kadett Baujahr 1987 mit  Philipp Schmid & Franz Xaver. http://vienna-banjul.com
Mit dabei war auch eine Filmcrew, die sich im letzten Moment mit einem 5 Monate alten Nissan Gelaendewagen angemeldet hatten.

Die Abreise war fuer den 27.12.2006 geplant. Wir erfuhren ueber die Anmeldeliste im Netz, dass sich ein weiteres Team aus Oesterreich fuer die Challenge angemeldet hatte. Mit Georg und Rick den Fahrern eines Toyota Tercel 4x4 trafen wir uns das erste Mal im November 2006, erstellten Todo-Listen und tauschten Informationen aus. Die Idee an dieser Challenge teilzunehmen kam von Philipp, einem Computerhacker, den ich bei Atnet (ein Internetprovider in Wien) kennengelernt hatte. Er hat mir von dieser Ralley das erste Mal im Jahr 2002 erzaehlt. Philipp ist zwar um 28 jahre juenger als ich, aber wir verstehen uns dank unserer Computerinteressen eigentlich ganz gut. Die Gelegenheit war nun da, der Zeitpunkt guenstig. Mein Vertrag im Kunsthaus Graz lief mit Ende des Jahres aus, und ich hatte ein paar Wochen Zeit. Ich wollte auch einmal weg vom Alltag. Beruflich habe ich 3 Jahre lang einen Spagat zwischen der Hochkultur, der freien Szene und den neuen computerkreativen Personen gemacht.
Da in Graz gegen Ende relativ viel zu erledigen war, war mir schon lang vorher klar, dass die Vorbereitungszeit vor der Abreise sehr knapp werden wuerde. Es waren auch noch die Weihnachtsfeiertage, die einen Einkauf vor dem 26.12 fast unmoeglich machten, und in der Woche vor den Weihnachtsfeiertagen mussten wir noch 150m2 Arbeitsraum leer raeumen - ca 8 Tonnen Material. Als temporaere Lagermoeglichkeit boten sich kurzfristig ueber Bernd, einem freien Mitarbeter vom Medienkunstlabor, die ehmaligen Stallungen der Kaiservilla in Bad Ischl an. Es ist zwar verrueckt 8 Tonnen Material durch halb Oesterreich zu transportieren, aber es blieb keine andere Moeglichkeit als das Angebot anzunehmen. Ich war zwar wegen alternativer Lagermoeglichkeiten zwei mal in Ungarn, aber das war alles viel zu kompliziert und zeitaufwendig. Lagermoeglichkeiten ist eines der Projekte, die ich nach dieser Challenge in Angriff nehmen werde.
Also die Tage vergingen wie Stunden und durch den Winter waren diese auch noch sehr kurz. Die meisten Umbauarbeiten, die wir am Auto planten, mussten aus Zeitmangel wieder von unserer Todo-Liste.

Am 26.12. planten wir noch einen Abschiedsparty im Metalab. Um die Organisation der Party musste sich Philipp ganz allein kuemmern. Das Metalab ist ein Souterainlokal in der Naehe des Wiener Rathauses, ca 250m2, in dem sich hauptsaechlich Computeraktivisten treffen. Die Party ist dann auch ganz nett geworden. Ich traf zum ersten mal die Filmcrew, die im Auftrag der Interspot-Film GesmbH die Reise begleiten sollte. Ueber den Abend verteilt kamen dann ca 150 Personen. Party
Als ich um 9 Uhr dort auftauchte, war phis (Philipp Schmid) mit seiner Mutter bereits am werken. Zu dritt raeumten wir Flaschen weg, kehrten und wischten was das Zeug hielt, denn um 11 Uhr war die eigentliche Abfahrt vom Heldenplatz geplant. Wir raeumten auch nochmal das gesamte Auto aus und wieder ein, beluden noch einmal den 2 mal 1 Meter grossen Dachtraeger. Dann kamen auch Rick und Georg, und wir schafften es dann gesammelt um 11 Uhr am Heldenplatz zu sein.
Die Filmcrew war bereits dort, und ich wunderte mich ueber den Aufwand, den sie betrieben - 3 Kameras; und als sie dann auch noch begannen Kameras in unseren Autos zu montieren und uns Funkmicros umzuhaengen, dachte ich mir: Das kann ja nicht wahr sein. Wenn das so weitergeht, dann ist der Spass nur ein Halber. Wenn eine Kamera mitlaeuft, ist auch klar, dass dort auch der Ton mitaufgezeichnet wird, und wir immer zuerst nachdenken muessen, wenn wir was besprechen. Dieses Material wird dann fuer immer und ewig in irgendwelchen Kaemmerchen archiviert. Ich wartete auch auf eine Besprechung mit den Filmleuten, bei der man sich abspricht, was zu tun ist, wie der Film aufgebaut ist, was rauskommen soll. Wir waren ja kein unwichtiger Teil, sie wollten uns ja einige tausend Kilometer begleiten. Nagut. Es kam aber zu keiner Besprechung, nicht einmal um die Rechte unserer Bilder wurden wir gefragt. Ich machte dann auch einen Witz wegen der Gage zu dem Produzenten, der ebenfalls am Heldenplatz war. Ich dachte spaeter noch oefters darueber nach, wie es wohl geworden waere, wenn jemand anderer die Produktion uebernommen haette; z.B. hatte auch Fischerfilm im Vorfeld Interesse bekundet. Ok, sei es wie es ist, man kann sich nicht um alles kuemmern. Nun geht es endlich los.
Wir versuchten, die FilmerInnen so gut es ging nicht zu beachten. Es waren immer noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen. Ich musste noch meine Dokumente kopieren und einige Blanc Fishes ausdrucken. Blanc Fishes sind einfache Identitaetszettel fuer Person und Auto, auf denen alle wichtigen Daten stehen. Diese sollten wir dann bei diversen Polizeikontrollen brauchen. So stand es in unserem superschlauen Roadbook, das ich mir  leider nicht durchgelesen hatte. Inzwischen ist es 13 Uhr geworden, und wir rannten noch immer in der Shoppingcity Sued in Vösendorf in einem Baumarkt herum, suchten Seile, Trichter, Tape und Kanister. Christian von den Filmern brauchte noch Socken - dann ging es los.
Fuers kopieren und drucken wollten wir in Graz von der Autobahn abfahren, und die Sachen in der ESC ausdrucken. Daneben war ein Kopiershop und eine Trafik, in der ich Marken und ein Luftpolsterkuvert kaufte, um noch einen Schluessel von Wagrein an Judith (Freundin) zu schicken. Diesen hatte ich irrtuemlich mitgenommen. Also alles in allem ein sehr stressreicher Tag. Um 16.30 waren wir wieder auf der Suedautobahn und es ging in Richtung Verona, unser erstes Etapenziel.
Rick ist mit Georg ueber dessen Schwester, die er geheiratet hatte, verwandt. Beide arrangierten in Verona eine Schlafmoeglichkeit bei einer Tante. Ca. um 23.30 trafen wir nach einer sehr lustigen und ausgelassenen Fahrt dort ein. Wir bekamen noch ein kleines Essen serviert, und dann gingen wir schlafen.
Die erste Nacht mit Philipp in einem Raum. Wir hatten beide ein komisches Gefuehl - man weiss ja nie, ob der andere schnarcht oder sonstige Geraeusche von sich gibt. Es ging so. Phis behauptete zwar am naechsten Morgen, dass ich schnarche ... aber ich hab es einfach abgestritten.
1.Tag
Wir wollten fahren - es war saukalt.
Wir wollten starten, leider war nicht genug Strom in der Batterie. Wir brauchten das erste mal Starterkabel. Aber dann ging es Kilometer um Kilometer Richtung Genua weiter. Kurz nach Genua planten wir eine kleine Pause. Wir konnten uns ja ueber die Funkgeraete der Filmcrew bestens absprechen. Unsere CB-Funkgeraete setzten wir fast nie ein, weil CB-Funk einfach ein Klumpat ist. Es war aber ausgemacht, dass alle Teilnehmer der Ralley einen CB-Funk haben sollten. Nach Genua wurde es erheblich waermer. Das lag wahrscheinlich am Meer, dass sich ja nicht so schnell abkuehlt wie das Festland, und dadurch das milde Mittelmeerklima erzeugt.
Ich dachte wieder einmal an meine neuen Aufgaben - die das naechste Jahr auf mich zukommen würden. Es ging um die Verlagerung des Arbeitsbereichs auf das Wasser. 2 Boote die auf autonome Einheiten umgebaut werden sollen, warten bereits in Amsterdam und im Linzer Hafen. Das Linzer Boot war zur Zeit noch im Wasser und ich liess es nur ungern allein. Es waren aber Judith, Ferdl und Christian in Linz, die regelmaessig nach dem Boot schauten. Das Boot in Amsterdam, genauer gesagt Monnickendam, ist onehin seit 2. November aus dem Wasser.
Es ging nun in Richtung Cote-d'Azur. Weil auf der Autobahn ein Stau durch einen Unfall entstand, beschlossen wir kurz vor der franzoesischen Grenze abzufahren und die ersten Sonnenstrahlen in einem Strandcafe zu geniessen... Aber leider nur Phantasien, es war doch noch etwas zu kalt. Nach einem kurzen Cafe in einer kleinen Bar genossen wir die Nachmittagssonne bei einem kleinen Strandspaziergang. Wir hatten keine Eile, denn wir sahen noch immer die Helicopter zur Unfallstelle fliegen. Wir fuhren dann auch ein Stueck Bundesstrasse und fuhren erst nach 15 km wieder auf die Autobahn auf, um die Unfallstelle zu umfahren. Es wurde finster, und unser eigentliches Etapenziel, Barcelona, rueckte immer weiter aus dem Bereich des Wahrscheinlichen.
Kurz nach der Grenze sahen wir dann einen weiteren in Unfall. Dieser duerfte erst kurz vorher passiert sein. Ein Motorradfahrer lag noch im Tunnel auf der Strasse, sein Motorrad war komplett in Flammen und lag in 150m Entfernung kurz nach dem Ausgang aus dem Tunnel. Wir spuehrten beim Vorbeifahren die Hitze des brennenden Fahrzeugs. Solche Bilder bewegen einfach, und man faengt automatisch ein wenig zum Nachdenken an.
Kurz vor Nizza hatten wir den ersten Kontakt mit einem anderen Plymouth-Dakar-Ralleyteilnehmer. Als wir aus einem Tunnel kamen, sahen wir am Pannenstreifen einen Wagen. Erst im Vorbeifahren erkannten wir, dass dieser ein Plymouth-Banjul-Ralleypickerl auf der Seite augeklebt hatte. Als wir es realisierten war er aber schon zu weit weg. Wir versuchen mit unseren CB-Geraeten Kontakt aufzunehmen. Ohne Erfolg. Nach ca 10km bekamen wir dann ein derart schlechtes Gewissen, weil wir nicht angehalten haben, dass wir schliesslich umdrehten und zurueck fuhren. Als wir an der Stelle ankamen, war das Auto aber schon wieder weg. Wir fuhren noch einige Stunden und erreichten gerade Arles, als wir uns entschlossen ein Motel zu nehmen. Phis wollte zwar campen. Das Filmteam und ich wollten aber in ein Hotel. Georg und Rick hatten keine Meinung.
2.Tag
Am naechsten Tag ging es weiter nach Barcelona. Ich hatte die letzten drei Tage versucht Schlafplaetze in Barcelona zu aktivieren, leider ohne Erfolg. Wir entschlossen uns bis nach Valencia zu fahren, um dort den Hafen der Americas Cup Boote zu besuchen. Leider war kein einziges der Boote im Hafen. Die Wartungsgebaeude waren dennoch so beeindruckend, dass sich unser Abendspaziergang gelohnt hatte. Das Finden eines Speiselokals gestaltete sich ein wenig schwieriger. Wir fanden schlussendlich einen Malaysier, bei dem wir mit den verschiedensten kleinen Koestlichkeiten verwoehnt wurden. 3.Tag
Am nachsten Tag trennten sich fuer kurze Zeit unsere Wege. Rick und Georg wollten ueber eine Bergstrasse nach Kordoba -- Malaga fahren. Wir wollten an der Kuestenstrasse bleiben, da unser Motor fuer eine Bergstrasse nicht stark genug war. Wir fuhren los und aergerten uns zum letzten Mal ueber die vielen kleinen Mautbetraege, die wir seit Nizza gezahlt hatten. Wir fuhren an die Suedkueste von Spanien. In einem kleinen Ort in der Naehe von Almeria besorgten wir Grillfleisch und wollten uns einen Campingplatz suchen. Das klappte aber leider nicht mehr bei Tageslicht. Als wir einen fanden, war unsere Entaeuschung gross, denn dort waren lauter Wohnwagencamper aus Deutschland, Pensonisten, die dort den Winter verbrachten - also nicht wirklich eine Situation fuer ein gemuetliches Lagerfeuer. Wir fuhren dann auf gut Glueck in Richtung Strand, und fanden dann auch einen weitlauefligen Platz an der Kueste, der zwar nicht ganz sauber und ca 50 meter hinter dem eigentlichen Strand war, aber das war uns nur recht, denn am Strand selbst waren Fischer, Spaziergaenger und anderes Gesindel. Nachdem wir den Platz gefunden hatten, fuhr der Nissan des Filmteams zum Campingplatz zurueck, um uns dort endgueltig abzumelden. In der Zwischenzeit gingen wir mit den Taschenlampen, um uns den saubersten Platz zu suchen. 300 Meter weiter vorne schien es wirklich ein wenig sauberer zu sein.
Als das Auto vom Campinplatz wieder zurueck war, fuhren wir dann auch weiter vor. Dann passierte das erste Unvorhergesehene. Wir waren durch das viele Autofahren auch schon ein wenig bloed in der Birne, und auf der Fahrt vom Campingplatz zum Strand machten wir uns bereits ein Bier auf, dass direkt ins Blut zu fliessen schien. Als wir dann fast auf dem neu ausgewaehlten Platz angekommen waren, sagte ich zu phis, er soll stehen bleiben, aber er fuhr einfach weiter. Mich regte das in diesem Moment so auf, dass ich die Tuer aufriss und einfach ausstieg. Ich dachte er wuerde dann schon stehenbleiben. Aber als ich den Fuss auf den Boden setzte und die erhoffte Bremsung des Fahrzeugs nicht einsetzte, wurde ich natuerlich sofort nach hinten gezogen. Mir blieb nichts anderes uebrig, als mich sofort mit dem ganzen Gewicht nach draussen zu lassen, um den Rest meines Gazellenkoerpers so schnell wie moeglich aus dem Auto zu bekommen. Ich musste dabei auch gleich abrollen, denn die Geschwindigkeit des Autos verringerte sich nicht. Das Bier hatte ich noch in der Hand. Meine Wut auf phis wuchs ins Unermessliche. Waehrend ich mich abrollte schrie ich ihm noch zu: du Arschloch, und waehrend der naechsten Drehung meines Koerpers schoss ich die Bierdose in Richtung meiner Tuer, die natuerlich noch offen stand. Ich hatte klare Gedanken, und schoss sie mit einem Drall damit sie gerade fliegt und berechnete den Flug, denn ich erinnerte mich dass mein Notebook noch auf dem Amaturenbrett lag. Als die halbvolle Bierdose dann exakt den Fussraum auf der Beifahrerseite traf, war ich total befriedigt und mein Zorn hat sich dadurch auch sofort gelegt. Ich kann nicht sagen was passiert waere, wenn ich mein Ziel nicht getroffen haette. Ich glaube es waere unserer erster ernsthafter Konflikt geworden. So aber war alles tranquillo.
Wir bauten die Zelte auf, grillten unter Sternen und wachten dann an einem Palmenstrand mit der Sonne auf.
4.Tag
Erste grossartige Eindruecke dieser Reise blieben. Wir fuhren los, und bald darauf meldeten sich Rick und Georg, die auf uns in Malaga warten wollten. Wir trafen uns an einem wunderschoenen heissen Nachmittag an einer Autobahnraststaette und fuhren gemeinsam Richtung Tarifa. Es war der Silvesterabend und kurz vor dem Dunkelwerden. Ploetzlich waren gut zwei dutzend Autos von der Challange am Strassenrand geparkt. Wir hatten Tarifa, unser erstes Etapenziel, erreicht. Der Silvesterabend war leider nicht gut organisiert. Das Lokal, in dem wir uns trafen und auch die naechsten zwei Tage bleiben wollten, sperrte um 21 Uhr zu. Die meisten der Fahrer blieben Silvester einfach auf der Strasse. Wir vier (Phis, Georg, Rick und ich) fuhren mit dem einzigen Taxi, das es gab, nach Tarifa hinein. Es gingen Geruechte um, dass in Tarifa jedes Jahr eine grosse Party auf der Strasse steigt. Als wir so gegen 21.30 dort ankamen, waren aber ueberhaupt keine Anzeichen einer Party zu sehen. Es war niemand auf der Strasse. Wir gingen am Strand spazieren. Phis und Georg kletterten sogar ueber eine Mauer in ein militaerisches Sperrgebiet, der suedlichste Punkt Europas, auf dem auch der Leuchtturm stand.
Als wir wieder in die Stadt kamen, war es 22.30, und noch immer war nichts los. Wir stellten mit Entsetzen fest, dass es wirklich kein Taxi gab, mit dem wir zurueckfahren haetten koennen. Der Frust wuchs. Geschimpfe und Bierdosenzerschmetteraktionen folgten. Dann endlich um 23.30 erreichten wir Sandra vom Filmteam. Sie wollten uns abholen. Einige Leute, die wir vereinzelt auf der Strasse antrafen, murmelten zwar noch immer was von einer Partie um halb zwei, aber wir konnten beim besten Willen nicht daran glauben. Dann kamen wirklich mehr Leute aus ihren Haeusern.
5.Tag
Um 00.00 war zwar noch gar nichts, aber um 0:20 als das Filmteam eintraf, waren wirklich schon wesentlich mehr Leute auf der Strasse. Jetzt glaubten wir auch schon ein wenig an diese sagenumwobene Parti, aber wir hatten endgueltig genug und wollten einfach nur zurueck.
Der naechste Tag war ein sogenannter Restday. Der Erholungstag war fuer kleinere  Reparaturen am Fahrzeug eingeplant, und es konnten verbilligte Faehrtickets im Hotel gekauft werden. Wir fuehrten auch einen fast bemannten Raketenstart durch. Wir nahmen eine unserer Slvesterraketen und banden ein Stueck Salami an das Ende. Die Rakete flog langsam in einer leicht eiernden Bewegung Richtung Himmel. Durch das Gewicht kam sie aber nur ca in eine Hoehe von 2 Palmen. Wir tankten noch Diesel und Wasser und verliesen unseren Bungalow, den wir zu viert bewohnt hatten, um ca 5.30 am naechsten Morgen und fuhren zur Faehre.
6.Tag
Wir waren wirklich die Ersten, aber gleich eine Minute nach uns kam ein zweiter Wagen an. Wir stellten unsere Motoren ab und warteten, denn die Faehre sollte laut auFahrplan erst um 9 Uhr ablegen. Wir bewaffneten uns mit einer Gummidichtung von einem Kofferraum, die wir am Strassenrand fanden. Wir parkten auf der Faehre im Unterdeck. Am Vorabend waren wir schon erstaunt, wie nahe eigentlich Afrika ist. Wir konnten die Lichter der anderen Seite gut erkennen. Wir fuehrten das teilweise auf die Nacht zurueck, aber auch tagsueber war der andere Kontinent klar zu sehen. Die Faehre brauchte laut Fahrplan 45 min. In Tarifa ist ein extrem kleiner verwinkelter Hafen, aus dem sich die grosse Katamoran-Faehre in einem S rausschlaengeln musste - keine 20 Meter an beiden Seiten der Faehre.
Wir kamen Mittag in Tanger an, fuhren aus dem Schiff und mussten uns dann einparken. Nach einer halben Stunde wussten wir, jetzt beginnt Afrika, denn die Fahzeuge wurden einfach nicht sequentiell abgearbeitet. Es funktionierte, aber alles ohne Plan. Wir versuchten in den 2 Stunden, in denen wir warten mussten, ein System der Abfertigung festzustellen. Es gab aber kein System. Man konnte auch nichts mit Bagschisch (Schmiergeld) beschleunigen, zumindest erkannten wir dies nicht, und Erfahrung hatten wir auch noch keine. Endlich wurden wir als letztes Auto abgefertigt - man muss sich das vorstellen, als Erstes auf die Faehre, als Letztes vom Zoll. Die Anderen warteten schon lange in der Mittagshitze.
Wir mussten dann noch eine Versicherung kaufen. Spaeter erst sagten uns Afrikaprofis, dass man das Auto schon ab Tanger in Oesterreich abmelden kann, weil die europaeischen Versicherungen in Afrika sowieso nichts gelten. Als wir nun eine Versicherung hatten, setzen sich  40-50 Autos in Bewegung. Es war komplett unklar, wer welche Route nehmen würde. Wir fuhren einfach nach Gefuehl und Sonnenstand Richtung Sueden.
Beim ersten Kreisverkehr splittete sich die riesige Autokaravane gleich in die Haelfte. Wir fuhren weiter nach Sueden. Ein paar Autos wollten weiter im Osten in die Berge fahren. Das ist die beruehmte Drogenstrecke, auf der Leute zum Kauf von Marihuana gezwungen werden, um dann nach 5 km von der Polizei kontrolliert und hoch bestraft zu werden. Uns war diese Route einfach zu heiss. Als nach dem Kreisverkehr alles unklar war (wer wo hingfefahren ist), fuhren wir vor und alle hinter uns nach. Nach ca. 20 - 30 km ging es dann ins Landesinnere Richtung Meknes. Wir wollten nicht die Kuestenstrasse fahren, da diese als ziemlich langweilg beschrieben wurde. Am Abend kamen wir in Meknes an, wo wir alle 20-30 Autos wieder trafen, die auch diese Strecke gefahren sind.
Meknes entpuppte sich als Militaerstadt mit einem schoenen alten arabischen Kern. Es war der erste richtige arabische Abend. Wir wurden auch gleich in einem Restaurant, in dem in den letzten Wochen sicher kein Gast gegessen hatte, so richtig arabisch abgezockt. Innerhalb der Filmcrew gab es die ersten Broesel, aber wir ignorierten dies so gut es ging.
7.Tag
Am naechsten Tag hatten wir zwei Moeglichkeiten - die Route entweder noerdlich vom Atlas direkt nach Marakesch oder ueber den Atlas. Wir fuhren wie immer einfach drauf los. Wir mussten noch tanken. Ein englisches und ein hollaendisches Auto waren zufaellig mit uns auf der Tankstelle. Rick/Georg und das Filmteam waren verschwunden. Spaeter erfuhren wir, dass der Toyota massive Startprobleme hatte. Unsere drei Autos fuhren dann den ganzen Tag zusammen ueber die Berge (Paesse bis 2000m). Einmal sogar 40 km in die falsche Richtung, aber am Abend kamen wir an unserem Ziel Imichil an, einem Bergsee auf 1800m Seehoehe mit einer wunderschoenen Huette davor. Es war alles sehr einfach und unbeheizt und die Hunde fast verhungert. Ueberall Schnee. Es war echt saukalt. Ich wusste nicht mehr, ob Sommer oder Winter ist. Morgens, wenn sich die Sonne zeigte, war es binnen 15 Minuten so warm, dass man mit einem T-Shirt herumlaufen konnte, aber wenn die Sonne weg war ... hatte es auch in 15 Minuten wieder null Grad. Hier am Berg fiel die Temperatur aber sicher -10 Grad.
Es trafen noch mehr Teams ein, ca 15 Teams schliefen in der Huette auf dem Fussboden und in 3 bescheidenen Zimmern. Dort erfuhren wir auch, dass die Route direkt ueber den Atlas unpassierbar ist.
8.Tag
Es gibt nur eine Strasse nach Nordosten, das sind zwar ca 200 km Umweg, aber wir mussten nicht zurueckfahren. So entschieden wir uns fuer diese. Unsere Gruppe der Plymouth-Dakar-Ralley splittete sich natuerlich immer in verschieden Untergruppen. Wir wollten mehrere Leute dazu bewegen, in unserer Gruppe mitzufahren, aber es ging wieder mal alles viel zu schnell. Das Pedalpower-Auto mit Rick und Georg hatte schon wieder massive Startprobleme und sie mussten von uns angeschleppt werden. Wir schleppten unsere Oestrreichpartner an, aber unsere Gruppe mit dem hollaendischen Mercedes von Fotjan und Gus und dem englischen Golf GTI mit David und Aemonn wartete schon mit laufendem Motor auf unsere Abfahrt. Als das Pedalpower-Auto lief, fuhren sie auch schon los. Wir sagten uns:  Die Anderen werden schon nachkommen.
Im kleinen Bergort Imichil bogen wir nach Nordosten ab. Es war eine schoene aber keine gute Strasse, und wir kamen durch einen Ort mit sehr armen Leuten. Der hollaendische Wagen stoppte, und wir fragten uns warum. Die Kinder stroemten aus allen Richtungen herbei. Fotjan begann Kleidung zu verteilen. Die Englaender und wir sperrten unser Autotueren zu, und fragten uns, ob das der richtige Weg ist, den armen Leuten hier zu helfen. Stifte und Keidung waren heiss begehrt. Gus ist auch aus dem Auto ausgestiegen, Fotjan war auf den Dachtraeger geklettert uns schmiss die Kleidung von oben aus in die Menge. In dem ganzen Gewuehl von Kindern wurde dann auch seine Kamera aus dem Auto gestohlen - selber Schuld sagten wir uns und fuhren weiter.
Die Strasse wurde schlechter und dann kam auch schon die erste Flussquerung. Statt ueber eine Bruecke querte man den Fluss in einer Furt. Der Fluss floss auf einer Laenge von 150 Meter ueber die Strasse. Mein Herz schlug hoeher, denn ich mag es ein wenig abenteuerlich. Wir stecken alle wichtigen Papiere in unsere Hosentaschen, denn auf der anderen Strassenseite stuerzte der Fluss ohne Begrenzungssteine ca 1.5 Meter tief. Wir besprachen noch den Worst-Case, wie wir aus dem Auto austeigen konnten, falls wir da runterfallen sollten. Alles ging bei allen gut, und wir setzten unsere Fahrt nach einer kurzen Abenteuerbesprechungspause fort. Nach ca 10 km holte uns das Filmteam ein. Sie waren als einziges Auto dem Trabant nachgefahren, der vom Bergsee wieder zurueckgefahren ist. Warum weiss im nachhinein eigentlich keiner mehr. Nun waren wir zu viert, als wir zur zweiten Furt kamen. Sie schaute im Prinzip genauso wie die Erste aus, nur ein wenig groesser. Fotjan ist sofort ohne sich abzusprechen mittendurch gefahren. Es war eine wunderschoene hohe Wasserwand, die er vorne und seitlich mit seinem 190er Mercedes aufbaute. Ich war so begeistert, dass ich auch sofort losgefahren bin. - Hab noch kurz ueberlegt was alles passieren kann, auch auf die Moeglichkeit eines Wasserschlags habe ich bedacht, aber diese dann ausgeschlossen, als ich Wasserfontaenen des Mercedes gesehen hab. Also einfach in der Mitte zuegig durch, das Wasser wird schon weichen. Das Wasser wurde immer tiefer und tiefer, ich wurde auch nicht langsamer da ich wollte, dass moeglichst viel Wasser wegspritzt. Aber leider falsch gedacht. Als der Frontspoiler ins Wasser eintauchte, schaufelte dieser mit seiner nach vorne gebogenen Form das Wasser in Richtung der Luftansaugung. Das Wasser wurde mehr und mehr, man konnten nichts mehr sehen. Ploetzlich stand der Motor. Ich dachte nur Scheisse, jetzt ist es passiert. Die Bestaetigung hatte ich als ich mit dem Starter gleich nachstartete und sich der Motor nicht mehr drehte. Nachdem mich alle Bootsfreunde immer ausdruecklich vor einem Wasserschlag gewarnt hatten, passiert das gerade mir. Ein Schiffsdiesel muss, nachdem er laenger nicht gelaufen ist, per Hand einmal durchgedreht werden, bevor man ihn dann elektrisch starten kann. Aber ich konnte mir noch so viel Gedanken machen, der Motor war hinig.
Ich stand ohne Motor in diesem Fluss und wusste auch sofort dass unsere Bodenplatte weit unter dem Wasserspiegel war und dass wir volllaufen wuerden. Ich machte die Fahrertuer auf und sah, dass das Wasser genau bis zur Tuerschwelle stand. Es war nur eine Frage von Minuten, bis das Wasser bis zu den Sitzen stand. Ich kletterte ueber die Motorhaube auf den Dachtraeger, sagte philipp, er soll sich ans Steuer setzen und den Leerlauf reingeben und keinesfalls mehr zu starten versuchen. Dann kletterte ich so schnell ich konnte nach hinten und schrie unserem Offroadspezialisten Michi vom Filmteam zu, er soll mich mit seinem Nissan rausschieben. Ich setzte mich so auf die Heckklappe, dass ich mit meinen Beinen den Druck auf seine Kuehlerhaube abfedern konnte, aber er reagierte darauf nicht. Zuerst drehte er um und wollte uns verkehrt zurueckziehen. Dann stellte es sich in gleicher Fahrtrichtung neben uns. Da war es dann eh schon egal, das Auto war bis zu den Sitzen voll Wasser. Phis hat geistesgegenwaertig reagiert und noch alle elektronischen Geraete (vor allem das Notbook), die bei uns immer am Boden lagen, gesichert. Die Kinder waren natuerlich auch sofort da und wollten Geschenke. Viele Kinder, viel Laerm und ein kaputtes Auto. Wir schleppten es nach vorne durch die Furt. Wir begannen auch sofort den Motor zu zerlegen, aber schon nach kurzer Zeit stellten wir fest, dass wir das hier nicht machen koennen, es waren zu viele Kinder hier, zu viel Hektik, alles unsicher.

Wir schleppten den Opel dann ca 6 km auf ein einsehbares Gelaende, wo wir alleine waren und den Motor weiter zerlegen konnten. Wir versuchten bei eingelegtem Gang den Motor zu drehen. Es war aber kein Wasser im Oel, was mich hoffen liess. Aber als wir die Gluehkerzen entfernten und das Wasser rauslief und der Motor keine ganze Umdrehung schaffte, schwand meine Hoffnung. Auch nachdem wir alle Kerzen heraussen hatten drehte der Motor keinen ganzen Arbeitsgang. Wir beschlossen, den Wagen in die naechste Stadt zu schleppen. Die nachste Stadt war El-Rich und 16 km entfernt.
Dort angekommen ueberholten wir noch den abgeschleppten einheimschen Wagen, der 4 min nach mir im Wasser steckengeblieben war. Gleich bei der Stadteinfahrt blieben wir bei einer kleinen Garage stehen. Der Mechaniker sagte, er koenne es reparieren. Ich probierte es ein letztes mal mit dem Starter und - sieh da - der Motor drehte sich. Wir dachten an ein Wunder. Der Mechaniker schraubte alles zusammen, wechselte das Oel und den Filter und nach einigen Problemen lief der Motor auch wieder. Ueberall lief das Wasser raus, vor allem  beim Auspuff kam eine Wasserfontaene, Diesel und ein Oelgemisch heraus. Der Wagen rauchte fuerchterlich. Nach einer Ueberpruefung wurde festgestellt, dass die mittleren zwei Zylinder nicht funktionierten. Es wurde beschlossen, den Zylinderkopf abzunehmen, um die Lage besser beurteilen zu koennen. Dann sah man auch schon das ganze Ausmass der Misere. Ein Kolben kam nicht mehr bis zum Kompressionspunkt herauf, der andere bewegte sich ueberhaupt nicht mehr. Es wurde die Oelwanne abgenommen, und man sah, dass ein Pleuel komplett abgerissen war. Ein AUS fuer das Afrikaabenteuer war zu diesem Zeitpunkt fuer mich sehr nah. Phis besorgte in der Zwischenzeit mal ein Hotelzimmer. Wir besprachen mit den Mechanikern und den Dolmetschern noch alle Moeglichkeiten durch. Viele gab es nicht. Der naechste Ort, in dem es Ersatzteile (Pleuelstangen) geben koennte, war 75 km weit weg. Es war auch unsicher, ob wir welche bekommen wuerden, denn ein Opel ist in Marokko keine gaengige Automarke. Es bestand noch die Moeglichkeit, auf Schrottplaetzen zu suchen. Wir waren unsicher, wie weit man den Leuten dort trauen kann. Es waren natuerlich gleich 5 Berater und 3 Fuehrer zur Stelle, die alles immer besser wussten. Wir zogen uns ins Hotel zurueck und tranken dort mit dem Mechaniker, der kein Englisch sprach, einen Kaffee.
9.Tag
Die Entscheidung fiel am naechsten Morgen. Fotjan sagte, dass er auf jeden Fall warten wuerde. Die Englaender wollten nicht unbedingt alleine weiterfahren. Das Filmteam war gluecklich, denn sie hatten was zu filmen. Das Pedalpower-Team, das bereits 70 km weiter war, hatte umgedreht und war nun auch bei unserer Gruppe dabei und wartete. Ich hatte eigentlich schon aufgegeben, wollte die Kollegen nicht so lange aufhalten. Mein Vorschlag war: Ich fliege von Marakesch zurueck, und phis soll irgendwo mitfahren. Dann entstand ein weiteres Probelm: Das Auto einfach dazulassen. Es war im Computer eingetragen. Wir braeuchten ein offizielles Schreiben, damit ich ohne eine hohe Einfuhrsteuer zu zahlen, aus diesem Land wieder herauskommen wuerde.
Wir entschieden, dass der Mechaniker, der Uebersetzer Achmed, Georg und ich mit dem Toyota nach Midlet (75 km) fahren, um dort auf Schrottplaetzen nach Pleuelstangen zu suchen, waehrend phis inzwischen bei der Polzei nachfragt, wie wir das mit der Zollbestaetigung machen sollten.
Nach Midlet war es eine Stunde Fahrzeit. Die Schrottplaetze und Shops waren eine echtes Abenteuer. Sehr gut sortiert lagen alle Ersatzteile von Motoren auf verschiedenen Haufen im Freien: Kolben, Zylinderkoepfe, Kurbelwellen,  Kuplungsscheiben ...usw. Alles wird hier mehrmals verwendet und nichts weggeschmissen. Unser Pech war natuerlich, dass die meisten Teile fuer den Peugot und japanische Autos waren. Obwohl die Ersatzteile nicht nach Fahrzeugtypen getrennt waren, und ich kein System der Lagerung erkannte, suchte unser Mechaniker in den ca 1000 Pleuelstangen einfach nach Augenmass, und war dabei zuversichtlich.
Wir waren nun schon ca 2 Stunden im Ort und hatten mindestens 10 Schrottplaetze abgesucht, als wir dann in eine richtige hitech-Werkzeugschmiede kamen. Uns fielen fast die Augen raus: Untergebracht in einem einfachen Gassenlokal waren ploetzlich supergrosse Arbeitsmaschinen, Drehbaenke mit Spannweiten von ueber 5 Metern, Hobelmaschinen, Fraesen sowie allerlei Schleif- und Poliermaschinen aufgebaut. Wir fragten uns, ob er jetzt vielleicht neue Pleuel anfertigen wollte. Die Kommunikation mit unerem Mechaniker war trotz Uebersetzer schwierig, da er einfach nichts redete. Nach 20 Minuten kam er mit einem jungen Burschen zurueck, er stieg zu uns ins Auto, und wir fuhren mit ihm an ein anderes Ende der Stadt. Dort verschwand er in einem Privathaus, und als er wiederkam, hatte er vier Pleuelstangen in der Hand.
Wir fuhren zurueck. Als der junge Bursch ausstieg, sagte er uns durch den Uebersetzer, dass der Bursche 10 Euro fuer die Info und 50 Euro fuer die Pleuel wollte. Wir zahlten die 60 Euro, dann besorgten wir uns noch den Rest: Die Zylinderkopfdichtung, die Oelwannendichtung und jede Menge Silikon-Blue. Ein temperaturbestaendiges Silikon, das ich eigentlich auch auf die Reise mitnehmen wollte, aber es hat ja leider fast keine Vorbereitungszeit gegeben. Nachdem wir alles beisammen hatten fuhren wir wieder zurueck. Der Mechaniker lud uns alle (ca 15 Leute) am Abend zum Kuskusessen ein.
Als wir zurueck in El-Rich waren, teilte er noch die Mittagssuppe mit Georg und mir. Wir wollten nicht unhoeflich sein, und gingen mit ihm hinter seine einfache Garage. Dort war ein Raum ohne Moebel, von welchem man auch in den Garten. Dort hingen Schafsrippen und ein Knaeuel aus Gedaermen ungeraeuchert zum Trocknen auf einer Leine. Ich fragte ihn, ob das Material bei den vielen Fliegen hier nicht von Maden befallen wird. Er antwortete, dass es gut gesalzen sei und es nur auf der Leine haenge, damit es die Katzen nicht erwischen. Er leerte seine Suppe mit einem fetten gekochten Fleisch auf einen Teller, und wir assen im Stehen gemeinsam aus diesem Teller. Wir schmatzen und schluerften mit ihm. Damit vermittelten wir, dass es uns schmeckt.
Als wir dann phis trafen, freute er sich ueber unseren Erfolg sehr und sagte, dass das mit den Papieren gar nicht so einfach gelaufen ist. Die Polizisten wollten das Auto gleich selber kaufen. Sie telefonierten sofort mit Bruder, Schwager und Cousine.  Es war schwierig, das Ganze ueberhaupt noch zu stoppen und ihnen klar zu machen, dass er nur eine Informationen haben wollte. Phis und der Hollaender bekamen nicht raus, wie hoch der Zoll wirklich gewesen waere. Nun war klar - der Opel sollte wieder repariert werden. Keiner wusste, wie lang die Reparatur dauern wuerde. Zwei Phrasen hoerten wir in El-Rich immer wieder: Insalah (So Gott will) und Time is Nothing. Wir rechneten uns dann selbst aus, dass die zwei Mechanikerbrueder ca 1 1/2 Tage daran arbeiten werden. Um ca 22 Uhr trafen wir uns alle beim Mechaniker zuhause. Wir tranken Tee, was sonst, und warteten. Kein Essen - Nach 00 Uhr wollten einige von uns schon aufbrechen. Er sagte wieder, wir muessen doch noch zum Essen bleiben... und tatsaechlich, der Kuskusteller wurde so gegen 00:45 serviert. Wir assen wieder gemeinsam aus einer Schuessel. Nach dem Essen kam noch die Cousine des Handwerkers und wollte unserer einzigen Frau (Sandra vom Filmteam) die Haende mit Henna bemalen. Wir lehnten aber dankend ab, denn es war inzwischen schon 1h30. Wir wollten ja auch, dass das Auto so bald wie moeglich fertig wuerde. Aber wir wurden immer wieder vom selben Spruch eingeholt: Here is time nothing. OK.
10.Tag
Am naechsten Tag schaute ich gar nicht zur Werkstaette, um die Handwerker nicht zu stressen. Am Abend war der Zylinder wieder drauf und der Steuerriemen wieder eingehaengt. Es war also nur mehr der Zylinderkopf aufzusetzen, was sie aber sicher in einen halben Tag schaffen konnten.
11.Tag
Am folgenden Tag war es zu Mittag dann soweit, der Dieselmotor schnurrte wieder. Jetzt - bei aller Freundschaft - nichts wie weg. Die restliche Gruppe wurde auch schon ein wenig unruhig.
Also - Start in El-Rich. Wir tankten gleich den besseren Diesel, der zwar um 20 Cent teurer war, aber wir wollten unserem Motor Gutes tun. Den Atlas hatten wir der Laenge nach von SW nach NO durchquert, jetzt mussten wir an seiner Ostseite wieder zurueckfahren. Die Strassen wurden besser, aber mehr als 300 km schafften wir an diesem Tag nicht mehr. Als wir in einem kleinen Ort angkommen waren, wo Fotjan eine Schlucht besuchen wollte,  hielten wir beim ersten Hotel und machten einen Generalplan.
Es stellte sich die Frage, ob wir die anderen ueberhaupt noch einholen wollen, oder ob wir lieber auf eigenen selbstzusammengestellten Routen nach Sueden fahren sollten. Wir wollten noch immer Abenteuer, deshalb entschieden wir uns, dass wir am naechsten Tag ein Stueck durch die Wueste fahren und dort Campen wuerden. Die Filmcrew wollte aber die anderen unbedingt einholen, und so trennten sich hier unsere Wege. Das war uns nicht ganz unrecht, denn diese Filmerei war schon ein wenig nervig, auch deshalb, weil es keinen Plan gab, was gefilmt werden sollte. Ich hoerte nur immer etwas von Impressionen und die Geschichte, die keinesfalls beeinflusst werden duerfte. Da kommt mir als praktischer Künstler echt die Galle hoch, es ist einfach nicht einmal studentenreif.
12.Tag
Ok - am naechsten Tag fuhren wir mit vier Teams (Rick/Georg, Fotjan/Gus, David/Aemonn, Phis/Fx) in die Schlucht. Diese Gruppe sollte mehr oder minder auch bis zum Schluss halten. Leider waren wir viel zu frueh dort, der Sonnenstand passte noch nicht, und die Schlucht lag im kalten Schatten. Es war uns zu kalt, und auf die Sonne warten wollten wir auch nicht, also es ging weiter Richtung Tata, ansatzweise durch die Wueste. Wir alle hatten noch nie die Wueste gesehen, also wussten wir nicht, wie wir diesen Teil von Marokko bewerten sollten. Im nachhinein wuerde ich sagen, dass es eine Steinwueste war, in der ab und zu Palmenoasen existierten, aber alles im allen war es noch sehr gruen.
Wir fuhren an Tata vorbei und kamen an ein wunderschoenes ausgetrocknetes Flussbett, in dem hunderte Dattelpalmen standen. An einer Stelle kamen wir ueber Stock und Stein sogar hinein in diese Palmenoase. Dort errichteten wir eine Lagerstaette. Wie immer auf dieser Reise wenn wir ein Camp errichteten, wurde es zu schnell finster. Die Daemmerung dauert im Sueden nur sehr kurz, in Mittelmarokko ca 20 min, dann ist es Nacht und es wird kalt. Wir machten ein Feuer, aber diese  alten, abgetrockneten, umgefallenen  Dattelpalmenstaemme wollten nicht richtig brennen. Es war auch richtiges kein Holz, sondern eher ein dichtes Faserbuendel, welches man mit einem Stock auflockern musste, damit es Feuer fing. Als das nicht so gut funktionierte, naehrten wir das Campfeuer mit Diesel - das ging gut! Wir erzaehlten Geschichten, betrachteten die Sterne und gossen Diesel ins Feuer. Ich ging frueh schlafen. Es war saukalt.
13.Tag
In der Frueh war es noch kaelter. Im Osten war auch noch ein Berg, sodass die Sonne erst gegen 9h30 herauskam. Bis dahin haben wir das Feuer noch einmal entfacht und uns daran gewaermt. Als uns die Sonne dann aufgewaermt hatte, schossen wir uns mit einem Stein noch ein paar Datteln von den Palmen herunter, packten unsere Sachen und fuhren weiter. Fotjan uebernahm wieder einmal das Kommando. Er erzaehlte uns viel ueber seine frueheren Marokkoreisen. Es kam uns vor, als ob er alle Strassen, die auf seiner Landkarte eingezeichnet waren, abfahren wollte. Wir fuhren wieder stundenlang nach Norden, um dann ueber einen ganz kleinen Pass wieder in den Sueden und Richtung Kueste abzubiegen. Ich konnte ja nichts sagen, die Kollegen haben immerhin fast 3 Tage in Rich auf uns gewartet, und so waren wir in der Psychoschere gefangen. Wir hatten nicht zu widersprechen. Also fuhren wir. Wir schafften an diesem Tag wieder keine 400 km und fast keinen einzigen Kilometer Richtung Sueden. Wir schliefen auf einem Campingplatz in Tafraoute. 14.Tag
Am naechsten Morgen planten wir schon wieder eine Offroadtour, diese aber wenigstens in die Richtung Sueden, wie mir Fotjan versicherte. Nach einer Stunde Fahrzeit bogen wir in ein Tal ein. Die Strasse wurde sehr eng, aber sie war noch asphaltiert und gut. Nach ca 1,5 Std kamen wir in eine der schoensten Palmenoasen, die ich auf der Reise gesehen habe. Sie war von steilen Felswaenden begrenzt und es gab auch ein paar Haeuser in diesem Dattelwald. Die Strasse war nur mehr ein Flussbett. Alles sehr schoen, aber mit unseren Autos kaum befahrbar. Das Gruen dauerte ca 4-5 km, die wir im Schritttempo fahren mussten, wofuer wir eine gute Stunde brauchten.
Als die Vegitation endete und die Strasse nicht wesentlich besser wurde, musste wieder einmal eine Entscheidung getroffen werden. Die Karte zeigte keine Strasse: Entweder wir wuerden hier noch ca 50 km weiterfahren, was den ganzen Tag dauern koennte, oder umdrehen. Die Englaender fixten ihren Auspuff, der runtergefallen war, und wir wechselten die Reifen. Wir hatten 14 Zollfelgen mit groesseren Reifen mitgenommen, die uns einen hoeheren Bodenabstand bringen sollten. Wir waren naemlich die Einzigen ohne Oelwannenschutzblech. Wir entschieden uns fuers weiterfahren, nachdem uns ein Einheimischer gesagt hatte, dass die Strasse besser wird. Unser Auto lag noch immer am tiefsten von allen, mit den groesseren Reifen wars aber um einiges besser. Man hoerte weit weniger Steine an Bodenplatte und Oelwanne schlagen. Phis fuhr super. Die Strasse wurde wirklich etwas besser.
Nachdem wir 4 Stunden so unterwegs waren, wurden alle schon ein wenig sauer. Wir fragten uns: Was machen wir hier eigentlich? 4000 km von unserem Ziel entfernt fuhren wir auf Strassen, die unseren Autos sicher nicht gut taten. Nach 5 Stunden erreichten wir schweres Strassenbaugeraet. Von der anderen Seite war begonnen worden, die Strasse zu erneuern, aber durch die grossen Reifen der Strassenbaumaschinen wurde die Strassen noch viel schlechter.  Es konnte jedoch nicht mehr weit sein. Nach ca 2 km hatte der Spuk ein Ende - Asphalt. Wir stiegen aus und kuessten zu viert den Asphalt.
Nach einer halben Stunden mussten wir tanken. Wir wollten auch unsere Felgen wieder zuruecktauschen, denn die 14zoll Felgen hatten Risse und Beulen und die Vorderraeder schlugen ab 100 kmh, was wir auf die unwuchtigen Reifen zurueckfuehrten. Nun trat das Problem auf, mit dem wir gerechnet hatten: Die Felgen waren sehr verrostet und gingen sehr streng auf die Radnabe. Beim Montieren wurden sie mit den Muttern draufgepresst. Wir haemmerten mit einem schweren Hammer von hinten an die Felge, rissen mit einer Stange an dem Rad; keine Chance, nichts bewegte sich. Ich beschloss, mit komplett offenen Radmuttern eine Runde zu drehen, damit das Rad abfaellt. Die Englaender schuettelten nur den Kopf, aber es funktionierte. In der ersten Kurve krachte es einmal, und das Rad war herunten.
Dann ging es weiter nach Tan-Tan in ein Hotel. In Tan-Tan erfuhren wir, dass wir der Paris-Dakar-Ralley einen Tag voraus waren, und diese einen Tag spaeter in Tan-Tan ein Etappenziel hatten. Wir entschieden uns aber zum Weiterfahren. Wie sich spaeter herausstellen sollte, waeren sowieso alle Hotels in der Stadt ausgebucht gewesen. Ein Guard bewachte wieder unsere Autos die ganze Nacht. Da wir die letzten drei Tage ueberhaupt keine Kilometer gemacht hatten, beschlossen wir fuer den naechsten Tag einfach nur die Kuestenstrasse runterzubretten. Wir wollen in den Sueden, ins Warme. Es war nach wie vor bitterkalt in der Nacht, obwohl das Meer den Temperaturunterschied ein wenig entschaerfte.
15.Tag
Am naechsten Tag ging es generalstabsmaessig um 6.30 los. Asphalt, Asphalt, Asphalt.... bis es krachte. Ich war gerade vor den Englaendern und Rick und Georg, als ein Reifen platzte. Das ganze hat laut nachfolgender Schilderungen von hinten total eindrucksvoll ausgesehen. Der ganze Wagen war noch ueberall mit diesem feinen Staub von der Offroadfahrt ueberzogen, vor allem auch an den Radkaesten. Als links hinten der Reifen platzte - und er platzte so richtig in viele kleine Teile - wurde das Autohuellte in einen grossen Staubball eingehuellt. Zusaetzlich spruehten Funken aus diesem Staubball, ausgeloest von der Felge, die am Asphalt schlitterte. Alle dachten, der Motor sei explodiert. Wir wechselten den Reifen und fuhren weiter.
Waehrend der Fahrt ueberlegten wir die Resevereifensituation. Wir hatten 3 Reservereifen mit, 2 Stueck waren aber wesentlich groesser als die Originalreifen. Wir haben den 13 Zoll Reifen drauf geschraubt. Falls wir mit dem 13 Zoll Set weiterfahren wuerden, ging uns jetzt ein 13 Zoll Reifen ab. Falls jetzt noch ein 13 Zoll Reifen kaputt ging, koennten wir nur mehr ein Reifenpaar tauschen. Bei der naechsten Gelegenheit sollten wir also einen Reifen kaufen.
Wir fuhren bis spaet in die Nacht, was eigentlich in Afrika nicht zu raten ist. Viele schwarze Fussgaenger, viele unbeleuchtete Fahrzeuge oder Eselskarren sind nachts auf den Strassen unterwegs. Ich hatte bei Nachtfahrten auch immer ein wenig Angst. Die Englaender regten sich auf, als Georg als Fuehrungsauto  90 bis 100 kmh fuhr. Uns war es wurscht, wir hatten wieder irgenwelche Gespraeche uebers Teletransporten und Raumfalten. Unser Auto war sowieso nicht fuer eine Geschwindigkeit ueber 120 kmh gebaut. Ich habe auch gleich zu Beginn unserer Reise gesagt, dass ich keine Nachtfahrt in Fuehrungsposition mache. Nachfahren ist kein Problem, aber nicht vorneweg, das Risiko ist in Afrika einfach zu hoch. Kurz vor Dakhla kamen wir zu einer Autopanne oder einem kleinen Unfall zurecht. Die Leute wollten uns stoppen, aber wir fuhren durch. Was haetten wir auch machen koennen? Platz hatten wir keinen, und die Sprache konnten wir auch nicht.
Dann endlich gegen 23h00 erreichten wir kurz vor den Stadttoren von Dakhla den Campingplatz. Im suedlichen Marokko waren alle Staedte mit Stadttoren abgegrenzt, und vor den Stadttoren patrolierte immer die Polizei, die von jedem auslaendischen Wagen ein blanc-fish haben wollte - zwischen den Staedten war nichts. Wir hatten Glueck, dass am Campingplatz ueberhaupt noch jemand wach war. Wir bauten unsere Zelte auf, assen ein paar Konservendosen und gingen gleich schlafen.
16.Tag
Man konnte das Meer riechen. Am naechsten Morgen sahen wir zur Westseite die Kueste, die ungeschuetzt in der Brandung des Atlantik lag. Auf der Ostseite war eine ruhige Bucht, die von allen Seiten her geschuetzt war. Nach dem die Leute so nach und nach wach wurden, ging jeder seine eigenen Wege: Fotjan fuhr mit seinem Fahrrad, das er mitgebracht hatte, weg. Er kam zu Fuss wieder, denn er hatte es irgendwo fuer 20 Euro verkauft.
Wir wollten einen Reifen besorgen. Es war die letzte Stadt, in der man sowas noch besorgen konnte. Wir klopften die Felge wieder rund und fuhren los. Rick und ich hatten schnell einen Haendler gefunden. Seine Werkstaette war mehr auf der Strasse als im Gebaeude. Waehrend er einen gebrauchten Reifen auf die Felge montierte, und einen Reifen, den Georg mitgenommen hatte, auf eine gebrauchte Felge aufzog, schaute ich mich in der Werkstatt um. In einer anderen Ecke der Werkstadt wurde tatsaechlich gerade eine Blattfeder eines Lkws mit einem Hammer so lange bearbeitet, bis sie in ein Federnpaket eines komplett verrosteten Landrovers passte. Ich schenkte dem Reifenmann noch einen Eiskratzer, den ich im Wagen fand. Er freute sich darueber sehr.
Danach suchten wir den Hafen, den ich sehen wollte, weil wir in ganz Marokko noch keinen einzigen vernuenftigen Hafen gefunden hatten. Aber auch hier fanden wir keinen, in einem Ort, der auf einer Landzuge liegt, die 15 km in den Atlantik reicht. Es gab nur eine Kaimauer, die ca 500 Meter in die geschuetzte Meeresbucht hineinragte. Da lagen nur ein kleines Kriegsschiff und ein paar kleine Fischerboote vertaut. Die Marokkaner haben ein eigenartiges Verhaeltnis zu ihrem Meer. Auch in Mauritanien sollte dieses nicht besser werden. Zurueck am Campingplatz trafen wir einige Globetrotter, die mit ihren Steyrergelaendefahrzeugen eine 5 Jahres Weltreise machten. Dann ging es  weiter.
Wir starteten gegen 13 Uhr und wollten es bis zur Grenze von Mauritanien schaffen, die laut Karte ca 350 km entfernt war. Es wehte ein leichter Sandsturm und das beeindruckte. Ueberall war asphaltierte Strasse. Nach ca 300 km kamen wir zur letzten Tankstelle, welche von jedem angefahren wird, der weiter in den Sueden will. Wir besorgten noch einen Reservekanister. Mit diesem hatten wir dann, so wie alle anderen Fahrzeuge unserer Gruppe, ca 40 Liter Reservetreibestoff. Der Toyota machte wieder mal Probleme. Der Doppelvergaser verursachte seit 5 Tagen einen sehr unrunden Lauf. Der Grund war der Luftfilter. Wahrscheinlich war der Schlauch, der den Unterdruck im Inneren des Luftfilters erzeugte, undicht. Durch dieses Loch gelangte dann immer Sand in die Schwimmerkammer. Die Zuendung des Toyotas wurde schon vor ein paar Tagen nachgestellt. Durch das lange Fahren haben sich anscheinend die Zuendkontakte abgeschliffen, und so den Zuendzeitpunkt verschoben. Neben diesen zwei Problemen gabs noch ein drittes beim Toyota - er wurde immer wieder heiss.
Wir trafen an der Tankstelle ein Begleitfahrzeug der Paris - Dakar. Der Motorradfahrer, den dieses Fahrzeug beleiten sollte, ist verunglueckt, und der Fahrer wusste noch nicht, in welches Krankenhaus der Fahrer eingeliefert wird. Er war sehr nett und half mit ein paar Ersatzteilen aus. Er sagte, dass hier gleich mindestens 40 Begleitfahrzeuge der Paris-Dakar aufauchen werden - und es war so. Ploetzlich standen an einer Zapfsaeule 40-50  baugleiche Gelaendefahrzeuge mit Presse und Betreuungspersonal. Sie tanken alle voll. Der Tankwart wurde ein wenig nervoes, denn sie tankten alle auf eine Rechnung, sodass die Preis- und Literanzeige der Zapfsaeule einige Male wieder bei Null anfing. Die Presse hatte grosses Interesse an unserer Plymouth-Banjul-Challenge. Wir mussten fuer so manchen Fotografen vor unseren Autos posieren.
Als der Toyota wieder einmal gefixt war, ging es weiter Richtung Grenze. Es waren wahrscheinlich nicht einmal mehr 100 km. Als wir die Haelfte geschafft hatten, ueberholte uns der ganze Dakartross mit viel Gehupe. Wir kamen zur Grenze und es war schon spaet am Abend. Phis wollte zwar mit den Paris-Dakar Autos mitfahren, wir beschlossen aber umzudrehen und ein paar Kilometer zurueck zu fahren, um dort zu campen. Wir sahen einige kleine Sandwege in den Duenen, aber die meisten waren mit einem Einfahrtsverbotsschild gekennzeichnet. Wir fuhren ca 8 km zurueck. Als wir auf einem Huegel ein paar Haeuser sahen, fuhren wir die schlechte Strasse in ihre Richtung. Wir hielten und beratschlagten, ob wir hier einfach an der Strasse schlafen sollten - es wurde gerade dunkel. Nach einigen Minuten kam ein Militaerjeep von den Haeusern und machte uns klar, dass wir hier nicht campen koennen. Auf der andern Seite der Hauptstrasse sei ein Polizeigebaeude, auf dessen Vorplatz wir campen koennten. Er war sehr freundlich und brachte uns sogar hin. Als er fuhr, sage er noch beilaeufig, dass wir nicht ins Gelaende gehen sollen, denn dort sei alles vermint. Wir stellten unsere Zelte vor der Polizeistaion auf. Die Polizisten, die auf der Veranda sassen, bemerkten wir erst viel spaeter. Sie wurden von einem anderen Jeep abgeholt.
17.Tag
Am naechsten Morgen passierte noch etwas Lustiges. Als wir gerade unsere Schlafsaecke und Zelte zusammenrollten, kam nochmal ein kleiner Tross von 6 Autos von der Paris-Dakar-Ralley und sie fragten uns, ob wir die Grenze sind. Wir blickten uns gegenseitig noch komplett verschlafen an und mussten echt lachen.
Wir fuhren zur Grenze. Die Grenzformalitaeten dauerten auf marokkanischer Seite ca 3 Stunden. Danach waren wir zunaechst einmal ueber den Strassenzustand im Niemandsland komplett geschockt. Mit unserem tiefliegenden Opel mussten wir eine derartige Schlangenlinie zwischen den Felsen fahren, dass wir sicher die doppelte Wegstrecke brauchten. Ein paar hundert Meter nach der Grenze blieben wir stehen, und es boten sich Guides fuer eine  sichere Wuesten- und Kuestenfahrt an. Gegen den Willen unseres Opelteams entschieden wir uns fuer einen Guide. Er verlangte  den stolzen Preis von 200,- Euro. Egal, wir beugten uns der Gruppenentscheidung und fuhren hinter Achmeds Peugot 504 auf die mauretanische Grenze zu. Dort mussten wir unsere 4 Fahrzeuge genau in einer Linie aufstellen und einmal warten. Der Zoellner erbettelte sich Ringschluessel von mir.
Dadurch konnten wir dann auch relativ bald 200 meter weiter zur Polizeikontrolle fahren. Dann hatte ich nochmal totales Glueck. Ich fotografierte mit meinem Mobiltelefon die Polizeistation, was strengstens untersagt ist. Man kann durch solche Aktionen den Fotoaparat oder das Handy verlieren. Wir gingen von Fliegenschwaermen begleitet von einem kleinen Holzverschlag zum naechsten und holten uns alle Stempel und Papiere. Zum Schluss sollten wir dann noch eine Autoversicherung kaufen, aber unser Guide sagte, es sei besser sie spaeter in seinem Dorf zu kaufen. Damit war die Grenze abgeschlossen.
Die Strasse wurde dann auch gleich besser, obwohl gleich hinter der Grenze eine Stelle komplett mit Sand zugeweht war. Wir blieben fast stecken und mussten auf den ersten Gang schalten. David fuhr zu dicht auf, und als wir schalteten blieben die anderen stecken.
Wir fuhren in den Heimatort von Achmed. Dort kauften wir eine Versicherung und tankten. Man merkte auch sofort, dass dieses Land viel aermer als Marokko ist. Wir machten uns aus, dass Achmed jeden Tag in einem anderen Auto mitfaehrt. Die ersten waren wir. Bei der Abfahrt verklemmte sich eine offene Tuer von einem Auto das neben uns parkte bei unserer linken Hintertuer als wir gerade losfuhren. Diese drueckte unser hinteres Fenster ein. Ich sagte zum Fahrer - insalah - so Gott will. Er lachte und wir fuhren los.
Wir fuhren ein Stueck entlang der beruehmten Eisenbahnstrecke, auf der nur einmal pro Woche ein Zug mit einer Laenge von ueber 10 km zu einer Erzmine (einziger Bodenschatz in Mauretanien) einige 100 km weit in die Sahara faehrt. Wir hatten das Glueck und sahen einen Zug, er war aber nur ca 4 km lang. Der Sandsturm nahm an Heftigkeit zu. Wir fuhen ca 200 km auf einer Asphaltstrasse, die von der Europaeische Union gezahlt worden war. Auf dieser asphaltierten Strasse koennte man Mauritanien auch ohne Guide durchqueren. Der Sandsturm wurde so heftig, dass man das vordere Auto fast nicht mehr sehen konnte. Wir sahen eine Kamelherde, blieben zum pinkeln stehen. Achmed gruesste den Treiber, und sie sprachen ein paar Worte. 
Nach einigen Kilometern verliessen wir die asphaltierte Strasse, liessen Druck aus den Reifen und fuhren durch die Wueste - Richtung: Westen - Atlantik. Es machte uns allen grossen Spass, wir fuhren quer und durcheinander, ueberholten rechts und links, und suchten die Grenzen der Hoechstgeschwindigkeit auf den weichen und harten Sandpisten. Fotjan sass auf seinen Dachtraeger. Georg stand im Auto, so dass sein Oberkoerber aus dem Schiebefenster ragte. So fuhren wir der Abendsonne entgegen. Teileweise wurde der Sand so weich und tief, dass wir nur mit Vollgas und durchdrehenden Reifen durchkamen. Da kams schon ein paar mal dazu, dass man einen Ausweg aus dem tiefen Sand suchte und keinen erkennen konnte. Vom Gas konnte man nicht gehen, weil man sonst festgesteckt waere. Ich kann mich noch an eine Situation erinnern, in der ich die Wahl hatte, entweder einen kleinen Sandwall mit ca 70 cm Hoehe mit voller Geschwindigkeit zu durchbrechen um drueben wieder auf harte Piste zu gelangen, oder einfach stecken zu bleiben. Ich entschied mich dafuer, einfach drueberfahren. Ich sah noch das Gras, das auf dem Sandhuegel wuchs, was doch von einer gewissen Festigkeit zeugte, aber ich wagte es. Das Auto machte einen riesen Satz noch weit ueber den Huegel hinaus. Ich war froh, dass die Oelwanne das ausgehalten hatte, aber es waren keine Steine im Sand. 
Es wurde Nacht und wir kamen rechtzeitig in ein Zeltlager, grosse Beduinenzelte mitten in der Wueste. Die Leute hatten eines der Zelte fuer uns vorbereitet, in dem wir alle schlafen konnten. Unser Guide hatte dort anscheindend seine Freundin, eine sehr junge Frau die fuer uns Tee zubereitete. Wir hockten im Zelt und tranken wieder mal Tee. Draussen kamen immer mehr neugierige Maedels an, trauten sich aber nicht herein. Ploetzlich fragte mich Achmed, ob ich nicht Lust auf eine Maedchen haette, sie haette Interesse. Ich war eine wenig verstoert, ueber diese Direktheit und lehnte lachend ab. Waehrend des Teetrinkens sind mir immer haeufiger Insekten aufgefallen die durch das Licht ins Zelt gelockt wurden. Ich beschloss darauf hin, mein Zelt doch aufzustellen. Phis feuerte eine Silvesterrakete ab, aber die Tromedarhirtinnen gaben uns zu verstehen, dass wir das nicht mehr machen sollen, da wir nur die Tromedare verschrecken und diese dann eventuell davonlaufen wuerden. Eine Stunde spaeter kamen die ersten Tiere, es kamen immer mehr, es waren in Summe dann ca 200 Tiere, die sich mitten im Lager nieder liessen. Die Tromedare schnarchten, brumpften und machten komische Geraeusche. So eine Tromedarherde ist sehr laut, wir haben sie die ganze Nacht gehoert.
18.Tag
Am nachsten Morgen mussten wir wieder mal vor Tagesanbruch aus dem Bett. Diesmal auf Wunsch unseres Guides. Er wollte sicher gehen, dass wir die Kueste an diesem Tag noch erreichten. Aber die Pisten waren gut. Wir blieben kaum stecken und waren zur Mittagszeit am Meer, wo wir gleich mal eine Gruppe Pelikane im Wasser sahen.
Jetzt fuhren wir entlang der Kueste auf einem schmalen Streifen Sand, den die letzte Welle gerade geglaetet hatte. Der einzige moegliche Ort, um nicht stecken zu bleiben. Kam man zu weit in den trockenen Sand, wurde dieser zu weich und man versank. Kam man zu weit mit einem Reifen in das Wasser, so bremste das Wasser den Wagen auf einer Seite so stark, dass dies das Auto ins Wasser zu ziehen schien. Im Sand sah man neben toten Voegeln auch Wracks von Schiffen und LKWs, die im Sand steckengeblieben sind, und bei denen nur mehr das Lenkrad und der Ladeaufbau verrostet aus dem Sand ragten. Ein witziges Bild. Ausser uns waren fast keine anderen Autos auf der Kuestenroute. Einmal ueberholte uns ein LKW mit einigen Menschen auf der Ladeflaeche, und einmal ueberholte uns ein Motorradfahrer, der den Englaendern fast zum Verhaengnis geworden waere. Das Motorrad ueberholte und David/Aemonn fuhren zu nah auf - der Motorradfahrer stuerzte bei einer Bodenwelle, und sie konnten nur mehr im letzten Moment Richung Meer ausweichen. Die naechste Welle war aber schon im anrollen. Dadurch gerieten sie ein wenig zu tief ins Meer. Das Spritzwasser legte fuer kurze Zeit die Elektronik des Motors lahm. Der Motor motorte nicht mehr. Aber gleich beim darauffolgenen Startversuch sprang er wieder an, und sie konnten aus dem Gefahrenbereich fahren. Wir wussten ja alle nur zu gut, dass sich Motor und Wasser nicht so gut miteinander vertragen.
Wir fuhren ca 60 km bis zu einem kleinen Haeuschen vor, auf dem ein Skelet eines Walfisches drauflag. Das Haeuschen war anscheinend das Buero des Nationalparkbeamten. Er wollte pro Auto 40 Euro Maut. Wir zahlten, denn im Roadbook war es genauso beschrieben und die Fahrt durch den Nationalpark war die 40 Euronen auch wert.
Kaum standen wir, kamen auch schon Kinder aus dem entfernten Fischerdorf angelaufen und erhofften Geschenke. Unser Guide erkannte einen der Jungen und fragte ihn anscheinend, wo wir seinen Vater treffen koennten. Wir fuhren los und hatten einige Muehe die Autos vom Strand ueber den weichen Sand auf die feste Fahrbahn zu bringen. Aber als wir es geschafft hatten, fuhren wir in das Fischerdorf, in dem wir herzlichst vom Vater des Jungen empfangen wurden. Die bettelnden Kinder waren immer noch nervig, aber als der Dorfaelteste einen Stock aufhob war Ruhe. Er bot uns Tee und Essen an. Dann kam der Fisch, es war ja ein Fischerdorf, ein getrockneter Fisch, den ein Mann nur unter gewaltiger Kraftanstrengung zerreissen konnte. Vom Fisch selbst blieb dann nur mehr eine komplett zaehe harte Fischhaut ueber, auf die man zuerst ein paar Mal mit dem Finger klopfen musste, damit der Sand rausfaellt. Man musste sehr lang kauen, damit man die Masse schlucken konnte. Alle von uns liessen diese stinkende kaugummiartige Masse irgendwo in Taschen oder einem Tuch verschwinden. Immer mehr von unseren Leuten entfernten sich dann unauffaellig von der Huette. Jetzt kam der Hauptgang, eine grosse Pfanne mit Reis und in der Mitte 3 kleine Stuecke von einem gekochten oder gedaempften Fisch. Die Pfanne kam in die Mitte auf den Boden und der Dorfaelteste forderte die Anderen auf, wieder hineinzugehen und mitzuessen. Sie waren aber nicht mehr dazu zu bewegen. David und ich hielten die Stellung. Wir assen mit dem Dorfaeltesten und unserem Guide mit der Hand aus der Pfanne. Sie lehrten uns Knoedel aus Reis und Fisch mit unserer rechten Hand zu formen und  zu essen. Es war nicht einmal so uebel, schmeckte wirklich gut. Nach einigem Hoeflichkeitszeremoniell, bei dem wir dem Dorfaeltesten auch einige Spielsachen fuer die Kinder geschenkt hatten, verabschiedeten wir uns von dem Fischerdorf.
Wir suchen 5 km weiter einem Platz am Strand wo wir campieren konnten. Es war die erste schoene, warme Nacht. Das Lagerfeuer brannte auch ohne Alkohol bis in den fruehen Morgen. Phis machte einige Spaesse. Er fackelte fast mein Zelt ab, als er die letzte Rakete ohne Fuehrungsstab abschoss, und diese natuerlich in alle Richtungen gleichzeitig fliegen wollte. Lagerfeuer ohne Alkohol stimmt vielleicht nicht ganz. Wir fuellten Diesel in die Wasserspritzpistole und naehrten so die Flammen unserers Feuers. Einige von uns badeten am Abend auch im eiskalten Meer. Wir sahren auch noch eine Wuestenmaus ums Campfeuer laufen. Sie wollte dann wahrscheinlich unter dem Zelt der Englaender schlafen, aber dass wurde ihr zum Verhaengnis.
19.Tag
Sie wurde von ihnen in der Nacht erdrueckt. Am naechsten Morgen beim Zeltabbau fanden Dave und Aemonn die Maus. Platt und tot. Sie montierten sie mit einem doppelseitigen Klebeband auf den Kuehler Ihres Golfs. Es ging am Strand entlang weiter. Nach einigen Kilometern entdeckten wir im Sand die Reifenspuren mehrerer Autos. Ich fragte mich, wer hier sonst noch fuhr. Bis jetzt haben wir erst ein Taxi, einen Motorradfahrer und jede Menge Fischer gesehen. Nach einigen Kilometern sahen wir in der Ferne einige Autos stehen.
Als wir naeher kamen, erkannten wir die andere Gruppe. Es war die englische Gruppe mit Math und Claire im 6zylinder Mercedes, der den Tarbant zog, der von Christian und Tom gesteuert wurde. Weiter war noch ein Vauxhaull und das oesterreichiche Filmteam. Wir freuten uns alle sehr ueber das Wiedersehen, und es gab auch gleich eine Menge zu erzaehlen. Wir hatten fast an der selben Stelle campiert, nicht mehr als 5 Kilometer voneinander entfernt. Haette die Rakete von phis funktioniert, haetten sie uns wahrscheinlich gesehen. Sie erzaehlten uns vom Sandsturm, den sie in der Wueste erlebt hatten, und von den Heldentaten unseres Filmteams, das die Autos nacheinander aus dem Sand gezogen hatte. Sie mussten genau einen Tag vor uns gefahren sein. Waehrend wir den Sandsturm noch am Asphalt erlebten, waren sie schon tief in der Wueste. Sie erzaehlten uns auch, dass sie eigentlich mit ihren Fahrzeugen am Ende waren. Der Vauxhall war zu schwach, und der Mercedes lief nur mehr auf 4 Zylindern, rauchte unheimlich und hatte auch keine Kraft mehr, um den Trabant weiter zu ziehen. Wir beschlossen, den Trabant mitzunehmen und ihn zumindest nach Nouakchott, der Hauptsadt von Mauretanien, zu ziehen. Es waren nur mehr ca 80 km.
Wir wollten dieses Stueck aber auf der Asphaltstrasse fahren, da nun einige Engstellen mit Felsen an der Kueste auf uns zukamen. Das Problem war wieder mal der weiche Sandguertel, der zwischen der Kueste und der befestigten Piste lag. Bei den naechsten Fischerhuetten versuchten wir es. Wenn, dann geht es nur mit einer sehr hohen Geschwindigkeit - das haben wir schon gelernt. Der Trabant hing nun am 4x4 Toyota. Unser Guide wollte, dass wir als Erste fahren. Ich machte ihm aber klar, dass wir zuerst unsere schwaechsten Autos ueber den Sandguertel bringen wuerden. Er verschwand darauf hin in einer der Fischerhuetten und schmollte, oder was weiss ich.
Der erste Versuch des Toyotas mit dem Trabi im Heck endete klaeglich nach den ersten 30 Metern. Es war ein 150 m breiter Weichsandguertel, den wir queren mussten. Der 2. Versuch war nicht viel besser. Wir beschlossen, den Trabi abzuhaengen. Der Toyota schaffte es dank seines 4-Radgetriebes auch alleine. Den Trabant schoben wir einfach per Hand durch den Sand. Mit seinen 600 kg Gesamtgewicht konnten wir ihn mit 10 Mann fast ueber den Sand tragen. Nun war nur noch der Mercedes, der Golf  und unser Opel zum rueberbringen. Der Mercedes schaffte es nach dem 3. Anlauf auch mit einem Affenzahn drueber. Ich versuchte es auch, blieb aber im ersten Drittel stecken. Wir konnten den Wagen mit Hilfe eines Seils wieder zurueckziehen. Der naechste Versuch gehoerte Phis, der sich schon daruf freute. Er wollte immer wissen, wie schnell er fahren soll. Alle sagten ihm, so schnell er kann, er grinste. Das hat sicher noch nie wer zu ihm gesagt, denn er hat den Fuehrerschein noch auf Probe. Er nahm einen 100 m langen Anlauf. Ich deutete ihm, dass das zu kurz ist. Er drehte nochmal und fuhr 200 Meter zurueck. Er beschleunigte auf den vierten Gang und  nun Vollgas. Es schaute schon beindruckend aus, als er von der harten Sandbahn in Wassernaehe mit ca 100 kmh in den weichen Sand einbog. Der Wagen war mehr in der Luft als am Boden. Aber es half alles nichts, er wurde langsamer und langsamer, und steckte nach 60 meter im Sand - und wie er fest steckte. Der komplette Motorblock lag auf dem Sand auf. Die Reifen drehten bereits mit Standgas durch. Da half nur noch schaufeln und schaufeln. Nach ca 30 Minuten hatten wir ihn frei fuer einen neuen Versuch. Nachdem aber mit Anschieben nichts ging, haengten wir einige Abschleppseile zusammen. Unser Seil, mit dem wir uns eigentlich in der Wueste auf dem Snowboard hinter dem Auto herziehen lassen wollten, tat gute Dienste. Dieses Seil war 50 m lang. Mit diesen zusammengeknuepften Seilen kamen wir wieder auf festem Grund, wo wir den Toyota anhaengen konnten. Durch zusaetzliches Schieben bekamen wir den Opel schließlich drueber.
Inzwischen ist auch unser Guide wieder aufgetaucht, und er zeigte uns jetzt mit dem Golf, wie man das macht. Ich glaub er hatte auch ein wenig Spass dabei, ein 130 PS Auto mit Hoechstgeschwindigkeit ueber den Sand zu steuern. Wir hatten seine Fahrtechnik schon vorher beobachtet. Waehrend er im Tiefsand die Raeder durchdrehen liess, lenkte er wie ein Wilder immer von links nach rechts. Mit diese Technik wedelte er mit einem vorderradgetriebenen Auto den Sand aus seiner eigenen Spur, und die Hinterraeder hatten es somit leichter. Er nahm einen Anlauf. Es muessen 130 kmh gewesen sein, mit denen er in den Weichsand einbog. Er sprang von einem Grasbueschel zum Anderen. Obwohl er sich vorher die Spur von uns, die in einem tiefen Loch endete, angesehen hatte, konnte er aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit nicht anders, als geradewegs auf dieses Loch zuzufahren. Der Golf ging komplett aus den Federn, als er noch immer mit ca 50 kmh ueber dieses Loch fuhr. Es kann in diesem weichen Sand eigentlich nicht viel passieren, und mit seiner Lenktechnik schaffte er es auch ueber die gesamte Strecke auf die harte Piste. Er bekam dafuer auch einen Riesenapplaus von allen. Nach ca 1 1/2 Stunden hatten wir alle Autos auf der harten Piste.
Wir fuhren auf die Asphaltstrasse. Wir blieben zwar noch 2 mal im Sand stecken, konnten die Autos aber mit Hilfe des langen Abschleppseils leicht wieder rausziehen. Mein Rat fuer die Wueste: Eines der wichtigsten Sachen im Sand ist ein langes Seil, es kann nicht lang genug sein. Unsere Sandbleche haben wir nie gebraucht, aber das lange Seil mindestens 10 mal.
Es ging auf der Asphaltstrasse nach Nouakchott, einer Stadt mit 800000 Einwohnern. Nachdem wir die andere Gruppe in Nouakchott beim erste Hotel wieder trafen, stellten wir fest, dass im Hotel nicht genuegend Platz fuer 2 Gruppen war. Unsere zwei Guides brachten uns zu einem anderen kleineren Hotel, das nicht ganz im Zentrum lag. Dort hatten wir Platz und konnten auch ein wenig an den Autos schrauben. Die andere Gruppe wollte den 6 zyl Mercedes und den Trabi reparieren. Sie fanden auch schnell einen Mechaniker, der ihnen versicherte, er koenne die 2 Zylinder wieder in Gang setzen. Tom und Christian schraubten beim Trabant den Zylinderkopf runter und sahen das Maleur. Der Kolben war einfach durchgeschmort. Er war ein Loch auf der Seite beim vom Auslasskanal, das bis ins Kurbelwellengehaeuse reichte. Ohne neuem Kolben war an keine Reparatur zu denken.
Wir gingen zum Abendessen, und es zeigte sich bereits eine kritische Masse an gruppendynamischen Meinungen. Gemeinsam waren wir jetzt ca 20 Personen, denen es recht gemacht werden musste. Da waren viele zwischenmenschliche Problemchen. Gruppendynamische Entscheidungen. Fotjan aus unserem hollaendischen Auto hatte nur das Ziel, dass unsere Gruppe zusammenbleibt und sich nicht erweitert, um diese Probleme nicht zu importieren. Er wollte, dass wir den Trabant nicht in unsere Gruppe aufnehmen. Phis und mir waren aber die Trabantfahrer sehr sympathisch. Wir warteten ab.
20.Tag
Als am naechsten Tag der Mercedes wieder lief, waren alle Diskussionenen vom Vorabend hinfaellig. Die zwei Gruppen konnten wieder getrennt fahren. Wir fuhren wie immer im Morgengrauen aus Nouakchott ab. Da aber die Strassen nicht beschildert waren, konnten wir wieder einmal nur mit Hilfe der Sonne und der Himmelsrichtungen die richtige Stadtausfahrt suchen. Wir hatten uns aber um eine Strasse geirrt, und mussten weit ausserhalb der Stadt ca 20 km ueber eine Muellhalde zu der richtigen Ausfallstrasse queren. Die Querung wurde durch eine Strasse erschwert, die gerade neu gebaut wurde, und komplett gesperrt war. Es gab nur eine kleine Ausweichspur, die wirklich auf der Muellhalde der Stadt verlief. Es stank, aber wir fuhren in Richtung Sueden. Wir spuehrten, dass die Wueste hinter uns war. Es wurde wieder gruen, und wir bekamen auch wieder einige Ziegen zu sehen, die saftige Triebe von Baeumen frassen. Die Gegend wurde savannenmaessig.
Laut unserem Roadbook sollten wir im letzten Dorf vor der Grenze in eine kleine Seitenstrasse abbiegen, und dann ueber verwinkelte Staubstrassen, teilweise wieder ueber Muellhalden, bis zu einem Damm fahren. Diese Aktion war aber nur mit dem GPS-Geraet moeglich, denn die Gassen waren sehr klein und unscheinbar. Von der Grenze auf der Hauptstrasse ueber den Fluss Senegal wurde abgeraten, denn diese Grenze und die Faehre wird komplett von Strassenkindern belagert. Der Grenzuebertritt mit einer Faehrfahrt soll ausserdem ueber 300.- Euro kosten.
Nach einigem Suchen fanden wir diesen Damm, der den Fluss zur Regenzeit reguliert. Laut Plan sollte die Strecke auf dem Damm ca 150 km Richung Atlantik verlaufen. Der Damm hatte tiefe querverlaufende Rinnen, die der Regen ausgewaschen hatte. Die Loecher konnten schon mal 1m_x_0.5m sein und 1 meter tief werden. Spaeter erzaehlte uns ein Fahrer einer anderen Gruppe, dass sie mit dem rechten Vorderreifen in so ein Loch gefallen sind, einfach uebersehen, und in Folge hat es ihnen die Achse samt Motor herausgerissen. Wir aber kamen zuegig voran und genossen diese Fahrt durch den Naturpark. Neben vereinzelten Strassensperren durch Polizisten, die dann Geschenke, vor allem Mobilphons, forderten, sahen wir auch grosse Flamingokolonien an seichten Suesswasserseen.
Als wir dann nach ca 4 Stunden zur Grenze kamen, war so wie meistens bei diesen offiziellen Checkpoints. Ein bis zwei Personen schliefen und schnarchten laut in einer Ecke, und einer der Beamten war wach und begann die Formalitaeten zu erledigen. Als alle bis auf Phis und mir abgefertigt waren, kam ein 2. Beamter ins Zimmer und setzte sich. Er begann zu ruelpsen und furzen, wie es die  westliche Welt noch nicht gehoert hat. Sonst war es komplett still in dem Police-Kaemmerchen. Wir mussten uns so das Lachen verkneifen, dass der Beamte es fast gemerkt hat, und uns sehr sehr grimmig ansah. Ein anderer Beamter erklaerte draussen David, wie man die Grenze passieren konnte, ohne dass ein Beamter nachfragt. Er sagte klipp und klar, man legt  einfach 3000.- der regionalen Waehrung in die letzte Passseite, und alle Probleme sind geloest.
Wir fuhren ca 500m auf Niemandsland ueber einen Staudamm, der den Fluss vom Meerwasser trennte. Der kleine Niveauunterschied wird sogar zur Stromgewinnung verwendet, und ueber 2 Schleusen werden anscheinend sogar Schiffe rein und raus geschleust. Auf der anderes Seite des Flusses war die senegalesische Grenze. Hier schien alles sehr geordnet abzulaufen. Es ging alles ueberraschend schnell, und wir wurden sequentiell abgearbeitet.
Nach ca 2 Stunden hatten wir alles erledigt, und fuhren auf einer wunderschoenen breit asphaltierten Strasse Richtung St. Louis. Phis war am Steuer, und er kam mir bereits bei der Abfahrt total gereizt vor. Nach einer Polizeikontrolle, bei der der Polizist nach tausend Kleinigkeiten wie Feuerloescher, Warndreick, Impfpass etc. fragte, durften wir - nachdem wir unser letztes Mobilphone hergegeben hatten - weiterfahren. Phis war aber immer mehr genervt und schaute auch nicht mehr in den Rueckspiegel nach den anderen. In St.Louis waren diese dann auch ploetzlich nicht mehr hinter uns. Wir hoerten sie zwar noch im Funkgeraet, konnten sie aber nicht mehr finden. Phis und ich bekamen uns in die Haare. Ich warf ihm Egoismus vor und sagte, dass eine Gruppenfahrt impliziert, dass wir immer zusammelbleiben, und deshalb immer einen Blick auf die anderen Autos haben sollten.
Als wir uns spaeter in der Zebrabar wieder trafen, erfuhren wir, dass sie gleich nach der ersten Kontrolle eine zweite Polizeikontrolle hatten. Wir hatten das einfach nicht mitbekommen. Unser Ziel war die Zebrabar 10km nach St.Louis. - St.Louis lag wie Dakhla auf einer Landzunge. Diese Landzunge schuetzte auch die Zebrabar vor der Brandung und den Winden des Atlantik. Die Zebrabar wurde von einem Schweizer Paerchen gefuehrt. Auch sonst waren jede Menge deutschsprachige Freaks dort. Wir konnten wieder einmal Deutsch sprechen, was auch angenehm war. Mir war sofort aufgefallen, dass die schwarzen bettelnden Kindern hier fehlten. In Senegal bekam man wieder Alkohol zu kaufen, was in Mauretanien und Marokko nicht moeglich war. Nach einigen Begruessungsbieren kam natuerlich auch gleich Heimatstimmung auf, aber mir kam das alles seltsam vor - keine Schwarzen - alles in guter weisser Hand. Kann das Appartheit sein? Ich sagte noch zu Phis, dass so ein Territorium sehr schoen und paradisisch ist, dass dieses Territorium aber natuerlich auch verteidigt werden muss.
Es war wirklich fast wie im Paradies. Surfbretter und Paddelboote gratis. Den Meeresarm konnte man muehelos in 10 Minuten mit einem Ruderboot ueberqueren und nach der 300 Meter breiten Landzunge konnte man in den Atlantikwellen baden. Das Meer war hier auch nicht mehr so kalt. Nachdem wir von unserem Atlanikausflug zurueckkamen, erfuhren wir, dass auf dieser Landzunge bis zu 2 Meter grosse Varane leben. In der Zebrabar trafen sich alle Gruppen zum letzten Mal. Als wir ankamen, waren noch alle Gruppen da. Das englische Taxi und der englische Ambulanzwagen transportierten die Personen, die ihr Auto verloren hatten.
21.Tag
Am naechsten Morgen verliess diese  Gruppe mit ueber 20 Autos die Zebrabar. Wir warteten noch auf die andere Gruppe, mit dem Trabi/Mercedes/Vauxhaul/Filmteam, die am Abend ankommen sollte. Wir hatten den ganzen Tag Zeit, und einige unserer Leute nutzten die Gelegenheit und fuhren mit einem Wassertaxi nach St.Louis. Die Fahrzeit betrug 1 1/2 Stunden. 22.Tag
Das erste Mal kam Urlaubsstimmung auf, und wir beschlossen, einen Tag laenger zu bleiben. Da es nicht mehr weit nach Gambia war, verschenkten wir einiges von unserem Werkzeug bzw. tauschten es gegen Geschenke ein. Mir blutete mein Herz, als ich die 30 Jahre alte Bogensaege, die Axt, das lange Seil, jede Menge Schraubenschluessel und ein Faeustel einem Tuarek gab und dafuer ein paar Ketten und Armbaender bekam.
Als wir uns in Mauretanien im Sand festgefahren hatten, lagen dort sehr viele kleine getrocknete Rochen(ca 40 cm) im Sand. Ich legte ein besonders schoenes Exemplar auf unseren Dachtraeger. Er war zwar schon trocken und sehr hart, aber er roch noch immer stark. In Nouakchott sind desswegen bereits die Katzen um unser Auto geschlichen. Hier in der Zebrabar platzierte ich ihn auf einen Baum.
23.Tag
Es war noch ein lustiger Tag. Wir versuchten auf die Kokospalmen zu klettern, an denen die Haengematten befestigt waren. Ich erkannte, dass ich keine 20 mehr war, denn ich kam nicht weiter als 30 cm, waehrend es Math, der Fahrer des englischen 6 zyl Mercedes, bis ganz nach oben schaffte und sogar noch eine Kokosnuss mit nach unten brachte.
Im Laufe des Tages zeigte sich, warum die Zebrabar eine so idyllische Stimmung verbreitete. Die Hunde, die am ganzen Gelaende rumlagen, schlugen sofort an, wenn sich schwarze Kinder naeherten.  Die meisten Kinder probierten es ueber den Strand, der ja Allgemeingut  war. Sie machten leider einen Fehler, denn sie bewarfen die Hunde mit Steinen, was diese noch wuetender machte. Naja so ist es; eine heile Welt muss sich abgrenzen und verteidigt werden. Als wir zahlten, schenkte ich Martin, dem Besitzer, noch eine kleine Schachtel mit einem Sortiment von Kupferdichtungen, wie man sie bei Hochdruckleitungen einsetzt. Er freute sich sehr darueber.
24.Tag
Am naechsten Morgen wollten wir vor 10 Uhr weg, denn die andere Gruppe musste mit einer Polizeiescorte den Senegal durchqueren, waehrend wir unsere Route frei waehlen konnten. Deshalb wollten wir nicht, dass uns die Polizei auf dem Gelaende sieht. Aber die Autos kamen nicht recht  in gang. Wir brauchten 10 Minuten, und den Toyota zu starten brauchte mehr als 20 Minuten. Wir schafften es knapp: 10 vor 10 verliessen wir die Zebrabar.
Gleich 3 km ausserhalb gab es eine Abkuerzung in Richtung Sueden. Auf dieser Strasse waren wir ziemlich sicher, der Polizei nicht ueber den Weg zu fahren. Unser Ziel war Touba, die Stadt mit der groessten Moschee Afrikas. Als wir nach einer Stunde die asphaltierte Strasse erreichten, war sie vorerst noch gut, wurde aber schnell schlechter. 20 cm tiefe Schlagloecher wurden so haeufig, dass man nicht mehr ausweichen konnte und einfach durchfahren musste. Zum Glueck hatten wir die groesseren Reifen draufgelassen. Aber es tat fast jedesmal weh, wenn wir in so ein Schlagloch krachten. Wir wussten, bei einer Feder war schon ein Stueck abgebrochen. Wir hatten deshalb eine Ersatzfeder mitgenommen, wollten jedoch eine Federwechselaktion vermeiden.
Als wir in Touba ankamen, ueberholte uns die andere Gruppe mit dem Trabant im Schlepp. Es war kaum zu glauben, dass sie den Trabant in diesem Tempo ueber die Schlagloecher gezogen hatten. Wir hatten bereits unsere Autos geparkt und waren zu Fuss in Richtung Moschee unterwegs. Am Parkplatz waren wir natuerlich sofort von Kindern und Frauen umringt, die Geschenke haben wollten. Laut Islam soll man bettelnden Kindern nichts geben, Frauen aber schon. Ich war unschluessig. Es waren auch zuviele. Da wir am Parkplatz keinen Bewacher fuer unsere Autos hatten, blieben Rick und Georg zurueck und passten auf die Autos auf.
Als wir beim Tor zur Moschee ankamen, fand gerade ein Ruf des Muazzin statt. Wir mussten warten bis er verstummt war. Es waren auch gleich einige Maenner um uns, die sich als Fuehrer durch die Moschee anboten. Wir nahmen dann einen, der relativ gut Englisch sprach. Wir zogen die Schuhe aus und betraten das Gelaende. Er erzaehlte uns, dass sich hier jeden Freitag bis zu 20000 Leute einfinden, um zu beten. Wir durften sogar fotografieren. Ab und an wurde unser Fuehrer von einem Moscheewaechter wortlos in die Schranken gewiesen, falls er zu weit ging, und die Gebetsruhe stoerte. Es war faszinierend, welche Macht dieser Moscheewaerter hatte. Mit wenigen Gesten gab er uns zu verstehen, bis hier und nicht weiter. Wir gingen aussen eine grosse Runde um die Moschee und kamen nach einer knappen Stunde wieder zum Ausgang zurueck. Nach einer klassischen Diskussion um den Preis fuer die Fuehrung, kaufte ich noch den Koran (leider nur auf Arabisch) und wir verliessen die Stadt Richtung Gambia.
Nach ca 20 km kamen wir in ein kleines Dorf, in dem wir an einer Kreuzung falsch abbogen. Als wir umdrehten und in der anderen Richtung die Stadt verlassen wollten, sahen wir ploetzlich die andere Gruppe die am Strassenrand parkte. Der Mercedes hatte den Motorraumdeckel offen und den Ventildeckel des Motors abgeschraubt. Das verhiess nichts Gutes. Waehrend Math mit einem einheimischen Helfer losfuhr, um eine Dichtung fuer den Ventildeckel zu besorgen, entbrannten wieder wilde Diskussionen, wie wir jetzt mit 2 kaputten Autos weiterkommen sollten. Es gab drei verschiedene Meinungen, in denen meist das Filmteam eine zentrale Rolle spielte. Manche Leute konnten nicht einsehen, warum sich das Filmteam weigerte, mit ihrem 170 PS Auto, den Mercedes, der leider 1800 kg wog, die restlichen 150 km zu ziehen. Das Argument des Filmteams war: Sie wollen sich nicht in die Ralley einmischen, und diese nur als Aussenstehende beobachten. Aber das Argument hinkte schwer, denn sie waren automatisch ein Teil der Gemeinschaft. Fotjan meinte, dass wir ihnen ja auch die Bilder geben, also koennten sie ruhig was fuer uns tun. Ausserdem haben sie den Trabant auch schon mindestens 150 km weit gezogen; nur weil dieser ein gutes Bild abgibt. Ich musste Fotjan in dieser Hinsicht recht geben, sie nahmen unsere Bilder wie selbstverstaendlich und hatten niemand von gefragt, ob sie das ueberhaupt duerfen. Falls sie nicht einlenkten, wuerden wir das Recht auf das eigene Bild geltend machen. Das wuerde bedeuten, dass sie mein Bild in dieser Dokumentation nicht zeigen duerfen. Uebrigens war ich mit dieser Meinung nicht allein. Es haette eine gute Dokumentation werden koennen, wenn sie einfach nur mit den Darstellern gesprochen haetten.  Weiters haetten sie den konzeptionellen Fehler vermeiden sollen, sich ausserhalb der Challenge zu stellen. Sie haetten statt mit einem 30.000.- Euro Auto und einem Offroadspezialisten als einfache Teilnehmer mit einem Schrottauto mitfahren sollen. Es waere ein besseres Verhaeltnis zu den Teilnehmern entstanden. Es war halt nicht so. Die andere Meinung vertraten wir, als wir mit unserem 50 PS Opel den doppelt so schweren Benz ziehen wollten. Obwohl jeder sagte, dass das nicht geht, bin ich heute noch der Meinung, dass dies sehr wohl gegangen waere. Was spricht dagegen. Bremsen muesste halt der schwere Benz. Wenn man ihn langsam anschleppt und schoen langsam dahincruised, nicht uebermaessig beschleunigt, die Kupplung nicht schleifen laesst, muss das schon gehen.
Es kam aber sowieso anders. Der Ventildeckel wurde wieder draufgeschraubt und der Benz hatte genug Kraft, um selber zu fahren und den Trabant stueckweise fuer den Film zu ziehen. Die meiste Zeit wurde er aber vom Filmteam gezogen. Es war inzwischen 16 Uhr geworden, und es entstand ein weiteres Problem. Wir wollten in der letzten grossen Stadt vor der Grenze naechtigen,  weil wir uns ausrechnen konnten, dass wir kaum mehr die Faehre und die Grenze schaffen wuerden. Im Roadbook stand, dass die Grenze um 22.00 dicht macht. Die andere Gruppe ist Richtung Grenze weiter gefahren, sie hatten ja auch die Polizeiescorte noch dabei, die sie loswerden wollten.
Als wir um 18.15 in der Stadt waren, kam es in unserer Gruppe wieder zu Diskussionen. Rick und Georg wollten keinesfalls nochmal in Senegal naechtigen. Phis wollte auch zu den anderen aufschliessen. Fotjan und ich argumentierten, dass es komplett sinnfrei ist, bis zur Grenze zu fahren, da im Roadbook die Grenze als sehr unangenehm mit vielen bettelnden Kindern beschrieben wurde, die irgendwelche Geschaefte machen wollten, und sich im Halbkriminalen bewegten. Aber die Mehrheitsentscheidung wurde dann durch Aemonn getroffen. Lets go. Wir fuegten uns und fuhren widerwillig Richtung Grenze. Wir kamen 5 vor 10 an und schafften gerade noch drueber.
Auf einer extrem schlechten Strasse ging es dann zur Faehre. Kurz vor der Faehre hatten wir eine Polizeikontrolle, bei der wiederum ein Geschenk gefordert wurde. Leider hatten wir wirklich nichts mehr, konnten das aber auch klar machen, weil hier Englisch gesprochen wurde. Weiters warnten sie uns vor den Boys an der Faehre. Es sei dort unsicher, und wir sollen schauen, dass wir im abgesperrten Bereich der Faehre naechtigen koennen; denn heute wuerden wir keine Faehre mehr kriegen. Na, da hatten wir den Salat.
Wir kamen zur Faehre und dort war ein kleines Dorf von Kindern. die tubiose Geschaefte machen wollten; Restaurants, betrieben von Kindern in duerftig zusammengenagelten Huetten und Minimalunterkuenfte in Blechhuetten. Sie boten uns alle moeglichen Rauschmittel an. Ich traute meinen Augen nicht, als alle mit einem Laecheln ausstiegen und bei den Boys Bier und alles moegliche kauften. Ich dachte nur, das darf doch nicht wahr sein - sind sie jetzt komplett uebergeschnappt. Phis sagte mir noch, die sind so lieb hier. Die Leute unserer beiden Gruppen rannten mit den Boys draussen herum und grinsten von einem Ohr bis zum anderen. Ich war echt sauer. Wahrscheinlich war es aus Freude: Die Ralley war zu Ende - das Ziel erreicht. Ich blieb nur im Wagen sitzen. Wir konnten dann zum Glueck in den abgesperrten Bereich der Faehre fahren. Nachdem wir einem Typen ca 30.- Eur gaben, damit er uns die Kinder vom Hals schaffte, hatten wir die Nacht ueber halbwegs Ruhe. Ich schlief gut am Dach des Opel, bis um ca 4 Uhr einer der Boys beim Opel in voller Geschwindigkeit vorbeilief. Ich dachte mir noch, der hat jetzt etwas geklaut. Das bestaetigte mir auch Fotjan am naechsten Tag. Er hat auch am Dach des Mercedes geschalfen, und ertappte den Boy als er sich am Kofferraum zu schaffen machte.
25.Tag
Am naechsten Morgen waren die Boys alle wieder da. Ich schenkte ihnen gegen alle Regeln den kompletten Ramsch, der am Dach festgeschnallt war. Es war einfach eine Entsorgungsmassnahme. Mit der zweiten Faehre kamen wir dann rueber. Auf eine Faehre passten ca 14 PKWs, oder wie in unserem Fall 1 LKW mit 5 PKWs.
Die Ueberfuhr nach Banjul dauerte 45 Minuten. Nachdem wir die Faehre verlassen hatten, fuhren wir nach Fajara zum Badestrand von Serrekunda - Banjul, wo unser Ziel war, das Hotel Safari Garden. In der staubigen Strasse des Safari Garden Hotels standen bereits ca 60 Autos dieser Ralley. Der Touristenort war schrecklich, sehr teuer, viele reiche alte Englaenderinnen, die mit ihren jungen schwarzen Liebhabern am Strand prominierten. Egal, uns war nur wichtig, dass wir angekommen sind.
In Gambia hat kein oesterreichischer Telefonprovider einen Roamingvertrag. Am zweiten Abend gingen wir essen, und in meinem Uebermut forderte ich unser Team zu einem Wettlauf auf. Beim Sprint war ich immer sehr selbstsicher, denn ich vertraute auf die Kraft, die ich beim Antritt habe. In Oesterreich hatte ich bis jetzt fast alle Sprints gewonnen, auch gegen scheinbar durchtrainierte Burschen. Es ist auch ein psychologisches Rennen, denn keiner traut einem 106 kg Mann einen Sprint zu; wenn man die ersten 5 Meter vorne ist, hat man gewonnen. Es wollte sich aber niemand mit mir so richtig auf den Sprint einlassen, bis sich dann schlussendlich Phis bereit erklaerte, einen 40 Meter Sprint zu wagen. Ich waermte mich kurz auf, Georg ging langsam 40m vor -- dann das Startkommando. Ich trat mit voller Kraft an, und ... ein grosser Knall -  ich dachte, oje, die Archillessehne gerissen, hoffte aber noch, dass der Schuh oder das Schuhband den Knall erzeugt haetten. Ein brennender Schmerz, und ich konnte kaum laufen; und noch schlimmer, der Schuh war in Ordnung.
Wir sassen danach alle noch lange am Pool des Safari Garden und sprachen ueber das Alter und den Sinn des Lebens und des Internets. Ich war knapp davor, mir eine Zigarette anzuzuenden, kippte aber aus Frust nur einen Drink nach dem Anderen in mich hinein.
Unser Flug ging erst in 6 Tagen, und so musste ich dort rumhaengen und konnte vieles nicht mitmachen, was unsere Gruppe noch unternahm. Ich war meistens im Bett und fing an dieses Reisetagebuch zu schreiben.
Unser Flug war noch schrecklich. Er ging ueber  London, und wir mussten mitten in der Nacht den Flughafen wechseln. Wer das schon einmal gemacht hat, weiss was wir durchmachten. Unser Flug von Banjul nach London-Gatwick war vier Stunden verspaetet. Der Zug von der Liverpool-Street nach Stansted war durch einen Bus ersetzt. Ich hatte ca 50 kg Reisegebaeck mit einer gerissenen  Archillessehne zu schleppen. Wir hatten nirgends einen Aufenthalt - schafften es gerade in knapp 5 Stunden. In Wien rief ich sofort einen befreundeten Arzt an. Er sagte mir sofort, dass die Sehne abgerissen ist und operiert werden muss. Ich erledigte dann noch die noetigsten Dinge. In Eferding hatte ein Sturm Dachziegel runter geblasen und Linz war der Masten vom Boot durch den Sturm geknickt. Ich ging am naechsten Montag ins Spital, wo ich mich operieren liess und dieses Reisetagebuch zu Ende schrieb.
26.Tag